Anonym: "Liebe Julia, Bei mir sind nie helle Zeiten- selbst wenn ich gut drauf bin.

Ich bin ein absoluter Optimist und habe den größten Teil der Zeit einfach nur gute Laune. Allerdings kommt genau jetzt das Aber: Ich bin dabei das aufzugeben. Ich kann noch so optimistisch sein, es gibt keine Gründe mehr dafür. Meine Seele wird  einfach nur müder und müder.Wenn nie etwas kommt was einen gut tut, irgendwann kann man nicht mehr ."

 

 

 

 

 

 

Anonym:

"Vielen Lieben Dank, Julia, für deine Antwort. Ich habe geweint, als ich sie las, weil ich nicht glauben konnte, dass jemand, der mich nicht kennt so lieb zu mir ist.  

Sonst bin ich für alle immer da, und jetzt war es mal jemand für mich- und das hat mich sehr gefreut. Ich möchte nicht deine Zeit stehlen, und ich möchte auch nicht meine Probleme klagen. Ich wollte einfach Danke sagen, dass du mir geantwortet hast."

Julia: "Du klingst mir sehr realistisch- und die Realität soll man, wenn sie traurig ist auch nicht schön-reden. Da hast du also vollkommen Recht. Zweck-Optimismus ist anstrengend. Sich zu zwingen, immer ´positiv´ zu sein... das entzieht einem Kraft. Da ist es definitiv besser, ordentlich wütend herum zu fluchen und endlich alles raus zu lassen. Danach kommt dann eine gewisse Erleichterung- eine Erleichterung wie die nach einem sehr lauten Schrei... und dann kommt eine Entspannung. Und eine Müdigkeit. Und ein erholsamer, wenn auch kurzer Schlaf. Und dann macht man weiter. LANGSAM, aber sicher. Und dann kommt man wieder auf die Beine. Mit Babyschritten. Ohne Freudensprünge- aber auch ohne extreme Hochs und Tiefs. Langsam bergauf, geht man, und irgendwann ist man über Wasser und in großer, reiner Dankbarkeit. Und da bleibt man dann- in der Mitte."